New Abstract of POCU_TRAS in German

Populärkultur in Translokalen Räumen:

Prozesse von Diasporisierung bei Komorianer_innen in Marseille und Kapverdianer_innen in Lissabon

In diesem Projekt analysieren wir, wie verschiedene Praktiken aus dem Bereich populärer Kultur –vor allem Musik, virtueller Raum und Körperpraktiken – Prozesse von Translokalisierung und Diasporisierung mitgestalten. Wir – ein interdisziplinäres Forschungsteam, das die Disziplinen Afrikawissenschaften, Entwicklungsforschung, Politikwissenschaft und Visuelle Anthropologie umfasst – gehen dabei von populärer Kultur als einem Raum aus, in dem Identitäten verhandelt und durch performative Praktiken rekonstruiert werden woraus sich eine besondere Relevanz für die Sichtbarmachung diasporischer Zugehörigkeiten bzw. Zuordnungen ergibt.

Wir beziehen uns, unter anderem, auf Avtar Brahs‘ Konzept des diaspora space, dem zufolge Diaspora keine klarumrissene ‚Einheit‘ darstellt sondern etwas, das durch Verhandlungsprozesse von „Grenzen der Inklusion und Exklusion, Zugehörigkeiten und ‚Otherness‘ […]“ hervorgebracht wird“ (Brah 1996: 209). Der Fokus unserer Analyse liegt daher auf intersektionalen Machtbeziehungen, die diasporisierte Realitäten konstituieren; konkrete Forschungsfelder stellen Orte und Praktiken dar, an welchen und durch welche diese Konstituierung stattfindet. Der regionale Fokus liegt dabei zum einen auf Marseille (Frankreich), wo Menschen vom komorischen Archipel im Indischen Ozean die größte sogenannte „Community“ darstellen und auf Lissabon (Portugal), wo Menschen von der Inselgruppe Kapverden im Atlantik eine der größten Migrant_innengruppen ausmachen.

Der Fokus auf Marseille und Lissabon erlaubt eine selten angestellte vergleichende Perspektive auf diasporische Formationen aus zwei Ländern, die in geographischer und struktureller Hinsicht viele Gemeinsamkeiten haben, jedoch von zwei verschiedenen Mächten kolonisiert worden waren. Im Rahmen von einem Set aus verschiedenen qualitativen Forschungsmethoden, nimmt insbesondere die Arbeit mit audio-visuellen Mitteln einen wichtigen Stellenwert ein – nicht nur im Prozess der Datensammlung sondern auch als ein wichtiger Teil der Verbreitung unserer Forschungsergebnisse.

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